in eigener Sache

10 Euro und ein Espresso

Finger geben einen zusammengefalteten ZehneuroscheinHeute habe ich in einem Restaurant, beim Bezahlen einen „Zehner“ zuviel zurückbekommen. Fast hätte ich es gedankenverloren gar nicht bemerkt. Aber irgendetwas war anders als erwartet. Ich steckte mein Rückgeld ein und ging mit meinem Essen zu dem von mir zuvor gewählten Platz, an dem meine Jacke und mein Rucksack bereits auf mich warteten.

Der Laden ist ein Restaurant, in dem Du Dir Deinen Teller mit allerlei leckeren Speisen selbst befüllen kannst. Bevor es dann ans Essen geht, wird dieser gewogen und ist nach Gewicht zu bezahlen. (Salatliebhaber sind hier klar im Vorteil). Dies nur als kurze Erklärung, warum ich erst bezahlt und dann gegessen habe.

Da saß ich also, den Inhalt meines Gemüsetellers essend und darüber grübelnd was nun nicht stimmen könne. Schließlich holte ich meinen Geldbeutel heraus und zählte die Scheine. Tatsächlich war da ein Zehn-Euro-Schein zu viel im Portemonnaie. Das wusste ich so genau, da ich zuvor beim Bankautomaten war.

Also: ein Zehner zuviel! Was machen wir nun damit? Behalten? Wieder zurück geben? Na wenn, dann hätte ich das gleich machen müssen. Naja, so wie ich mich kenne, kann ich das nicht auf mir sitzen lassen. Denn am Ende stimmt die Kasse der Bedienung nicht und sie bekommt einen Anschiss, oder schlimmeres. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.

Und da Freundlichkeit bekanntlich nicht weh tut, habe ich mir den Schein geschnappt und bin auf die Toilette. Dabei kam ich an der Theke vorbei. Ein Blick zur Seite sagte mir, dass „meine“ Bedienung noch im Dienst ist und gerade bei einer Kundin kassiert.

Als ich von der Toilette zurück kam und die Luft rein war beugte ich mich wie ein Geheimagent über den Tresen und sagte ihr, dass ich mit ihr verhandeln wolle. Irritiert kam sie näher und schaute mich verwundert an. Ich gab ihr Preis, dass sie mir vorhin 10 Euro zuviel herausgegeben habe und ihre Kasse damit nicht mehr stimme. Ungläubig schaute sie auf den zusammengeknüllten Schein in meiner Hand. Gefühlt eine Minute später lächelte sie mich dankbar an und gab mir schmunzelnd auf ihre Kosten einen Espresso aus.

Das war meine gute Tat und ich kann heute Nacht ruhig schlafen.

Was hast Du tolles gemacht, oder erlebt? Wenn Du es erzählen magst, findest Du im Kommentarformuar direkt unter diesem Artikel Platz für Deine Geschichte. Alternativ könntest du auch einen Gastbeitrag auf meinem Blog schreiben.

Ich bin Heidelberger, fotografiere leidenschaftlich gerne und meine Berufung liegt in der Etablierung einer Konfliktkultur (Mediation). Ich schreibe auf meinen Weblog über das, was mich bewegt und Heidelberg - die Stadt, welche ich liebe.

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