Kultur & Kreativität Regionales

Schee wars „Bei Maria“ in der Bergstraße

Gasthaus zur Bergstrasse Heidelberg
Gasthaus zur Bergstrasse Heidelberg

Das „Gasthaus zur Bergstraße“ oder besser „Bei Maria“ ist ein Kapitel in der Kneipengeschichte Heidelbergs, welches völlig an mir vorbei ging. Ich habe das erste Mal davon gehört, als jemand aus der Heidelberger Fotogruppe „Die Schattenfänger“ das ehemalige Gasthaus angesprochen hat und davon erzählte, dass man in dem Gebäude ausstellen könne. Der Spruch im Titel stammt also nicht von mir.

Recherchiert man im Internet nach dem Gasthaus, findet man nicht wirklich viel. Aber fast jeder waschechte Heidelberger kennt das „Gasthaus zur Bergstraße“, oder besser „Bei Maria“ und weiß etwas darüber zu erzählen.

Maria Pellegrinon betrieb das Gasthaus in der Bergstraße 11 („do wo der Philosopheweg los geht“) von 1970 bis zum Februar 2011. Es war bekannt für sein rustikales Ambiente, die günstigen Speisen und Getränke. Maria hat eine soziale Ader und immer ein offenes Ohr für ihre Gäste. Das Publikum war sehr gemischt. Es gab quasi keine sozialen Grenzen.

Hier spielte der Professor auch schon einmal Schach gegen den Obdachlosen.  Oder die letzten Stücke einer Pizza gingen an den Nebentisch, weil man nicht mehr konnte. Häufig waren Jugendliche da, die sich hier günstig für die Neckarwiese aufwärmten, oder sich Pommes holten. Studenten waren aus Neugierde, zum Philosophieren, oder zu „Studienzwecken“ da. Die Herrentoilette wurde oft von den Damen mitbenutzt – hygiene, oder geruchsbedingt. Für Stammgäste gab es den selbstgebrannten Schnaps aus Italien, für umme,…

Viele Geschichten gibt es über Maria und ihr Gasthaus. Ich möchte diese hier gerne sammeln und freue mich, wenn hier ehemalige Gäste Ihre Erlebnisse und Erinnerungen über die Bergstraße 11 in Heidelberg berichten.

Dazu kannst Du die Kommentarfunktion unterhalb dieses Artikels verwenden, oder auf Deinem eigenen Blog hierher verlinken und einen Trackback senden. Alternativ kannst Du mir auch eine E-Mail (an valentin @ chillr.de) schreiben.

Wenn Du jemanden kennst, der öfter dort war, würde ich mich freuen, wenn Du ihm von diesem Artikel und meinem Wunsch erzählst.

Quellen zum Gasthaus „Bei Maria“

Ich bin Heidelberger, fotografiere leidenschaftlich gerne und meine Berufung liegt in der Etablierung einer Konfliktkultur (Mediation). Ich schreibe auf meinen Weblog über das, was mich bewegt und Heidelberg - die Stadt, welche ich liebe.

7 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Es ist nicht schade um das Pennernest. Jede Krokodilsträne ist überflüssig, am allerwenigsten von Pseudos.
    Dort wurdest Du beklaut, beleidigt, von Geisteskranken angemacht. Das Klo war verschissen, verkrachte Pseudo-Intellektuelle spielten sich auf, was sie für angebliche philosophische Weisheiten hatten (ich sage nur M.G., die Insider werden schon wissen, wer damit gemeint ist), Leute wurden zusammengeschlagen, es wurde hemmungslos gesoffen und gedealt.
    Die angeblich „soziale“ Ader von Maria war nix anderes als ihr Geschäftsmodell.
    Ich ging da (leider) ca. 25 Jahre hin, als ich beschloss, da nie mehr hin zu gehen, war das eine der gescheitesten Entscheidungen meines Lebens.
    Das einzig gute war die Pizza und das billige Bier, aber sonst – Lauter Hirnis, die besser in der Voss-Straße auf Meyer-Gross aufgehoben sind.

  2. Während meines Studium in HD hatten wir –wie so mancher- eine mehr oder minder intensive „Maria-Phase“. Es muss so 1990/91 gewesen sein. Irgendjemand hatte den Tipp gekommen und irgendjemand war dann auch schon mal da gewesen.

    ..Und wir dann auch. So 1 – 2 Semester lang, 1-2 mal die Woche. Sinn der Sache für uns war der billige Rausch. …und ein wenig die „freak-show“.
    Wenn man –weil nix anders frei war- mal bei den „Semi-Pennern“, meist rechts von der Eingangstür, zu sitzen kam, war auch das lustig. Meist waren wir aber unter uns an einem Tisch.
    Lustig war immer, wenn „neue“ Leute , z.B. einmal die neue Freundin eines Kommilitonen hergebracht wurden. Das Mädel –nennen wir die „Dani“- war, sagen wir mal, etwas „irritiert“.

    Ein anderes mal habe ich einer in der Stadt zeitweise lebenden Bekannten die Kneipe für ihren Heimatbesuch empfohlen……..auch hier war die Rückmeldung, naja „gemischt“.

    Die Abende waren meist intensiv. Wir wussten was wir wollten. Nicht nur einmal musste jemand unter den Tisch……rückwärtsessen (ich zum Glück nie).

    Für uns war Schluss mit „Maria“ als sie und ihre „Stammkundschaft“ uns irgendwann mit Namen kannten und wir irgendwie zum Inventar gehörten. So haben wir uns z.T. selbst im Flur hinter der Theke das Bierchen geholt.

    Billiges Bier gab es um diese Zeit dann auch im „Marstallhof“……In den Folgejahren bis zum meinem Weggang aus HD 1996 waren wir dann nur noch sehr selten da.

    Fazit: ein wenig hat Thorsten schon recht. Wir fanden es billig und witzig. Beklaut oder angemacht wurden wir nie. Aber nach gut einem Jahr hatten wir genug von der „Atmosphäre“

  3. Imbsweiler, ein Autor von Heidelberg-Krimis, hat die Kneipe in mehreren seiner Roman als „Der englische Reiter“ verewigt. Dort kommt die Kneipe besser weg als in den bisherigen Kommentaren.
    In der Zeit der „Studentenbewegung“ soll das mal ne Szene-Kneipe gewesen sein, war auch danach noch lange angesagt. Ich hab mich mal mitreinschleppen lassen, es war mir zu voll, nich mein Ding. Aber Stimmung, hallo! von „Obdachlosen“ keine Spur und den „Hirnis“ sieht man’s ja nicht an. Die Fülle erinnert mich an das alte „Krokodil“ in der Weststadt, wo man in Dreier-Reihen an der Theke stand, wär auch nen Artikel wert.

  4. Hat mich gefreut, den Artikel zu lesen. Erinnerungen. Als Sudi vorallem weils gutes Bier fuer den halben Preis gab, und die Kneipe unglaublich original war. „Bei Maria“, „Gasthaus zur Bergstrasse“ Neuenheim/Heidelberg. Schade dass das zugemacht hat, ich war da 1992-94. Da hat man Sachen erlebt, und die alten Trinker oder buergerlichen Alkoholiker hatten eine Menge Spass, den Studenten Ihre Geschichten zu erzaehlen. Da war der Bergsteiger, der seine Karriere beendete, als er vom K2 fiel, und sich saemtliche Knochen brach (Bild vom K2 hinter ihm an der Wand), die italienische Wirtin Maria mit Lederguertel an beiden Unterarmen (gegen Krampf vom Glaeser tragen) mit immer etwas unpolierten Glaesern, ein ehemaliger Rowdie von den Rolling Stones, der wirklich wir Ron Woods aussah, einmal (fr)ass ein Mann Spagetti Bolognese mit den Haenden direkt neben mir und meiner Freundin, dann zeigten sich die ca. 70-Jaehrigen Tischnachbarn Ihre Narben an den Beinen (Hosenbein hoch, Bein auf den Tisch), in einer anderen Ecke gaben sich ein 80-jaehriges Paerchen einen ordentlichen Zungenkuss (mit oder ohne Gebiss, weiss ich nicht mehr), die Wirtschaft hatte beruechtigte Pizzen, wo man einen Preis bekam, wenn man „die Grosse“ verzehrt hat, der Koch sah aus wie Stephen King. Ab und zu spazierte mal ein Kakerlake vorbei, und die jungen Studentinnen kreischten. Also sowas Interessantes an Kneipenkultur hab ich seither nicht mehr erlebt. Wuerde ich gern mal wieder hin, zu „Maria’s“….

  5. Hallo: Ist einer der irgent etwas erzählen kann wo die Frau Maria gezogen ist??? Bitte sendet mich ein mail. Danke im voraus. Johan

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