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Corona Kontakt-Tagebuch

Vergleich der beiden Kontaktapps für Android Smartphones.

für Android Smartphones

Wo und mit wem hatte ich vor zwölf Tagen um 13:30 Uhr Kontakt? Diese Frage stelle ich mir in einer Pandemie häufig. Besonders, wenn bekannt wird, dass ich mit jemandem Kontakt hatte, der oder die positiv auf das Virus getestet wurde.

Anhand meines gut gepflegten Kalenders kann ich sagen, welche Termine ich hatte. Aber ob ich an dem Tag beim Bäcker war, Besuch eines Nachbarn hatte oder ob der DHL-Mensch ein Paket gebracht hat, kann ich nach zwölf Tagen nicht mehr sagen.

Hierbei hilft ein Kontakt-Tagebuch. Das kann ich in einen Papierkalender, ein Notizbuch, in ein digitales Notizprogramm oder eine App auf meinem Smartphone schreiben.

Zuerst hatte ich mit einem Aufschrieb im digitalen Notizbuch begonnen. Das funktionierte gut. Ich durfte mich nur selbst daran erinnern die Liste jeden Abend zu füllen. Genauere Angaben über den Kontakt, wie zum Beispiel Uhrzeiten und Schutzstatus gab es hier nicht. Außerdem ist diese Liste nicht so ganz schick und übersichtlich:

  • 29.10. Supermarkt xyz, Busfahrt voll, Friseur
  • 28.10. Susanne, Claus, Sabine, Anita, Benjamin, Café xyz, Fahrt mit der Straßenbahn, halbvoll
  • 27.10. Bäckerei, Supermarkt abc, Arztbesuch Hausarzt
  • 26.10. Treffen bei Max zu Hause.

Komfort und Übersicht per App

Um die Aufzeichnung zu automatisieren und die Qualität der Angaben zu erhöhen habe ich mir Apps für das Android Betriebssystem angesehen und sie ausprobiert. Es sind Anwendungen, die sich auf dem Gerät installieren lassen, keine weiteren Berechtigungen anfordern und ohne Internetverbindung funktionieren.

Aktuell nicht empfehlenswert

Die App coronika hat mir nicht gefallen. Ich habe sie nicht auf Anhieb verstanden und es gab Darstellungsfehler. Eine weitere App mit dem Namen Cluster Diary habe ich nicht ausprobiert. Sie ist gerade nicht im App Store und ließ sich auf meinem Smartphone auch nicht von Hand installieren.

Kontakttagebuch

Die App Contact Diary (F-Droid) stammt von einem spanischen Entwickler Alex Pozas-Kerstjens. Es gibt eine kostenlose Version. Die kostenpflichtige Version ist ohne Werbeeinblendung. Für die freie Version auf F-Droid und Github kannst Du dem Entwickler etwas in den Hut werfen.

Die Anwendung ist übersichtlich und tut was sie soll: Sie ermöglicht eine einfache und unaufdringliche Erfassung der Begegnungen. Eine Berechtigung auf dem Smartphone ist nur erforderlich, wenn Du Dich von der App an einen Eintrag erinnern lassen möchtest.

Bei der Eingabe kannst Du zwischen einer persönlichen Begegnung und einer Gruppenbegegnung unterscheiden. Folgende Angaben sind für die Eingabe eines Treffens erforderlich:

  • eine Bezeichnung für das Treffen,
  • ein Ort und Dauer des Treffens,
  • ob es ein Verwandter oder ein enge*r Freund*in ist,
  • das Treffen drinnen oder im Freien stattgefunden hat,
  • und ob die Abstandsregeln eingehalten wurden.
Erinnerung an Einträge im Kontakttagebuch
Erinnerungsfunktion

Die Einstellmöglichkeiten der Anwendung sind übersichtlich. Es gibt eine tägliche Erinnerungsfunktion, die aktiviert werden kann. Die Uhrzeit der Erinnerung kannst Du frei wählen. Außerdem kannst Du die Anzeige der Kontakt-Übersicht auf die Kontakte begrenzen, die sehr nah oder kritisch waren.

Einträge die älter als 15 Tage sind, werden automatisch gelöscht.

Den Quellcode der Anwendung kannst Du auf Github einsehen. Dort kannst Du auch mithelfen die App weiterzuentwickeln oder Fehler und Änderungswünsche melden.

Nachtrag vom 23.11.: Der Entwickler hat mir geschrieben, dass in der nächsten Version ein dunkler Modus und eine Exportmöglichkeit der Kontakte hinzukommen soll. Außerdem wird er meine Anregung aus dem Fazit aufgreifen und den Entwickler der anderen App kontaktieren, um vielleicht gemeinsam an einer Anwendung zu entwickeln, statt an zwei.

Kontakt Tagebuch

Das gleichnamige Kontakt-Tagebuch wurde vom deutschen Entwickler Dieter Thiess veröffentlicht. Es ist kostenlos erhältlich und der Entwickler freut sich über ein Trinkgeld. Dies ist allerdings nur möglich, wenn Du Dir seine Spenden App installierst. Eine andere Möglichkeit, zum Beispiel direkt und einfach über PayPal oder Überweisung habe ich nicht gefunden.

Die Anwendung ist optisch ansprechend und bietet gegenüber der erstgenannten App das Erfassen, der Endzeit eines Treffens und ob eine Maske getragen wurde. Um einen Eintrag zu machen, ist nur das Datum und die Uhrzeit erforderlich.

Vorhandene Einträge können als Vorlage für neue Einträge kopiert werden. Das erleichtert die Eingabe regelmäßiger Treffen.

Wenn Du der App die Berechtigung auf Dein Adressbuch und die Ortung gibst, kannst Du einfach Kontakte aus dem Adressbuch und den aktuellen Standort einem Treffen hinzufügen. Die Nutzung dieser Funktion ist optional. Das heißt, Du kannst auch einfach einen beliebigen Text in die Felder eingeben.

Die Liste der Einträge kannst Du einfach in eine xls- oder csv-Datei exportieren.

Die Einstellungen sind umfangreicher als bei der erstgenannten Anwendung. Neben der Einstellung für die tägliche Erinnerung, gibt es eine kompaktere Ansicht für das Tagebuch und den Kontakteintrag. Einträge können automatisch nach 14 Tagen gelöscht werden. Es gibt eine einstellbare Sperre gegen fremde Zugriffe. Seit der neuesten Programmversion kannst Du das Aussehen auf Dunkel stellen, was ich als sehr angenehm empfinde. Hier einige Bildschirmfotos der Optionen und der geänderten Ansicht:

Fazit

Die beiden Anwendungen sind sich sehr ähnlich und ich frage mich, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn die Entwickler sich zusammen täten und gemeinsam entwickeln. Im Optimalfall Open Source. Vermutlich würde das bei beiden Ressourcen sparen und das Rad würde nicht zweimal erfunden.

Aktuell verwende ich noch die Anwendung von Alex Pozas-Kerstjens, da sie übersichtlich und Open Source ist. Ich spiele mit dem Gedanken auf die von Dieter Thiess umzusteigen, da sie mehr Erfassungs- und Einstellmöglichkeiten bietet. Außerdem gefällt mir der dunkle Modus.

Wie machst Du das mit dem Erfassen Deiner Kontakte?

Autor

Ich bin Heidelberger, fotografiere leidenschaftlich gerne und meine Berufung liegt in der Etablierung einer Konfliktkultur (Mediation). Ich schreibe auf meinen Weblog über das, was mich bewegt und Heidelberg - die Stadt, welche ich liebe.

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