Unterwegs

Gedanken-Blockade

Blick im Weitwinkel auf den Marktplatz in Neuenheim. Die Bäume sind herbstlich bunt und einige Blätter liegen am Boden.

Eben saß ich im Café um mir nach einer kleinen Herbstradtour eine Auszeit zu gönnen und mich wieder aufzuwärmen. Ich war nämlich zu dünn angezogen für kühlen 10° C.

Ich schlürfte im Caffè Auszeit also gemütlich meinen Getreidekaffee und las den neuen Artikel vom @Zeitschlag, als sich eine ältere Frau neben mich stellte. Sie stand für mein Empfinden viel zu nah, blockierte die Tür der Herrentoilette und führte Selbstgespräche.

Peinlich berührt teilte sie der aufmerksam schauenden Bedienung mit, dass sie nur laut denke. Sie suche ihr Fahrrad. Das fand ich interessant und nahm Kontakt mit ihr auf.

Die bisher in sich gekehrte erklärte mir, dass sie sich hier im Warmen besser konzentrieren könne als draußen in der Kälte. Setzen wollte sie sich auch nicht, nachdem ich ihr einen Platz angeboten hatte.

Wir unterhielten uns also über Gedanken, die sich verknoten und ganz verzwickt nicht heraus kommen wollen. Also jene, die wie im Nebel liegen und zum Greifen nah scheinen. Über Abhilfemöglichkeiten, Ursachen, Zusammenspiel von Parasympathikus und Sympatikus, wie Angst und der Fluchtimpuls unser Denken blockieren,… Das soll auch einmal sinnvoll gewesen sein, vor Urzeiten – Säbelzahntieger, Du weißt schon.

Sie sei Ärztin, aber kaum hatte sie das Wort „Flucht“ ausgesprochen, machte sie sich auf um zu gehen. Mein geheimer Wunsch war sie von dem verknoteten Gedanken abzulenken – dass sich ihr Hirn entspannt und ihr ganz plötzlich wieder einfällt wo das Fahrrad steht. Sie stiefelte davon, zerzaust und in Gedanken suchend.

Ich verlor sie aus den Augen und las den nächsten Blogartikel von der reizenden @Junaimnetz.

Keine fünf Minuten später stand sie wieder da, gestriegelt, sortiert, abfahrbereit und winkend. Der Gedanke und das Rad waren wieder da.

Gefühlt meine Gute Tat für heute.

 

Ich bin Heidelberger, fotografiere leidenschaftlich gerne und meine Berufung liegt in der Etablierung einer Konfliktkultur (Mediation). Ich schreibe auf meinen Weblog über das, was mich bewegt und Heidelberg - die Stadt, welche ich liebe.

1 Kommentar Neues Kommentar hinzufügen

  1. da hast du ja eine interessante Begegnung gehabt..

    ich finde es schön dass du dich darauf eingelassen hast..
    Andere wären vielleicht abgerückt..
    nicht immer ist etwas so wie es auf den ersten Blick aussieht 😉
    ein schönes Herbstbild

    liebe Grüße
    Rosi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.