in eigener Sache Kultur & Kreativität

Gegen das digitale Vergessen…

…möchte Sophie aktiv etwas tun. Sie hat die Befürchtung, dass von unserer Generation in der Zukunft nicht viel übrig bleibt. Und wenn ich darüber nachdenke, kann ich ihr zustimmen. In diesem Artikel beschreibe ich Dir, warum ich es für wichtig halte, dass etwas von unseren Erzeugnissen erhalten bleibt und warum uns das so schwer fällt. Das folgende Bild zeigt den Einband des Blogbuchs, das ich von Sophie erhielt:

Foto des Einbandes meines Blogbuchs

Alles digital

Der Großteil unserer Aktivitäten und des kreativen Schaffens findet für viele von uns seit einiger Zeit fast ausschließlich im Internet oder digital auf einem unserer Geräte (PC, Notebook, Tablet, Smartphone, Digitalkamera) statt. Nur wenige Menschen bringen etwas zu Papier, veröffentlichen gedruckte Werke oder kleben ihre entwickelten Fotos in Alben.

Zeitfrage oder Bequemlichkeit

Ursache könnte sein, dass wir uns zu wenig Zeit dafür nehmen oder dass es einfach sehr bequem ist, alles auf der Festplatte, dem Smartphone, beziehungsweise im Online-Speicher liegen zu lassen. Nach einiger Zeit ist es vergessen oder die Datenträger gehen verloren/kaputt.

Reizüberflutung

Ich glaube (aus eigener Erfahrung), dass wir einfach überfordert sind mit der Masse an digitalen Erzeugnissen. Ein beeindruckender Urlaub kann schnell tausende von Fotos hervorbringen. Diese gilt es dann mühsam zu Hause in ‚behalten‘ und ‚löschen‘ auseinander zu pfriemeln und die Guten danach zu bearbeiten. Bei weniger wichtigen Fotos entdecke ich manchmal Jahre später Fotos, die ich weder aussortiert, noch bearbeitet oder veröffentlicht habe.

Zwangsläufiges Vergessen

In meiner Arbeit im IT-Support habe ich schon des Öfteren Tränen gesehen, nachdem beim Computer die Daten unwiderruflich verloren gingen. Ja, Festplatten, USB-Sticks gehen einfach so kaputt – ständig! Es gibt Viren, die die Daten Deiner Festplatte unwiederherstellbar verschlüsseln. Auch Smartphones stellen irgendwann ihren Dienst ein oder fallen einfach so ins Wasser (Beispielsweise die Badewanne oder in die Toilette).

Sichern, Sichern, Sichern

Daher mein Appell: Nimm dir regelmäßig etwas Zeit für das Sichern Deiner wichtigen Daten und Fotos. Sichere bitte mindestens auf zwei verschiedenen Datenträgern (NAS*, externe Festplatte*, USB-Stick*). Und lasse Fotos wichtiger Ereignisse (Beispielsweise Deiner Kinder, Familie und Freunde) auf Papier ausbelichten. Solltest Du nicht wissen wie das geht, sprich bitte das Thema Sicherung in Deiner Familie oder den IT-Experten Deines Vertrauens an.

Sophie und das Blogbuch

Doch nun zurück zu Sophies Projekt, dem ‚Blogbuch‚. Es richtet sich an Blogger, die auf ihrem digitalen Logbuch hauptsächlich Fotos veröffentlichen. Das Buch ist ein normales Fotobuch mit rund 26 Seiten und einer Kantenlänge von 20×20 Zentimeter. Die Inhalte sind aufbereitete Screenshots von Bilder und Artikel dieses einen Blogs, der sich beworben hat. Die Seiten werden auf lang haltbarem Fotopapier ausbelichtet. In folgendem Video beschreibt Sophie in rund sieben Minuten ihre Idee hinter dem Buch und wie es aussieht:

Warum das Blogbuch – Erklärung

Ich würde mein Blog zwar nicht als reines Fotoblog bezeichnen, aber Sophie hat meine Bewerbung um ein Blogbuch angenommen. Schließlich hat ‚Stadt, Land, Fluss & Ich‘ schon einen fotografische Ausrichtung.

Sophie hat mir letztes Jahr ein sehr schönes Buch meines Blogs, mit Auszügen aus den Artikeln der letzten Jahre überreicht. Von den Inhalten dieses Blogs wird also zumindest die nächsten 70 Jahre etwas erhalten bleiben. Solange sollen die auf Fotopapier entwickelten Fotos mindestens haltbar sein, bevor sie beginnen ihre Farbe zu verlieren. Fragen zum Blogbuch beantwortet Sophie auf ihrem Blog.

Liebe Sophie, herzlichen Dank für die schöne Erinnerung! Jetzt kann ich mein Blog auch offline herumzeigen :-).

Kosten und Finanzierung

Aktuell möchte sie vier Bücher pro Jahr kostenlos herstellen. Sie denkt aber gerade über eine Finanzierung nach. Denn neben den vielen Stunden, die sie hier ehrenamtlich hineinsteckt kommen noch die Kosten für das Buch selbst dazu. Auch diese trägt sie aktuell selbst. Über die Finanzierung via Crowdfunding hat sie bereits aktiv nachgedacht, ist allerdings davon aus diversen Gründen wieder abgekommen.

Patenmodell/Sponsoring
Ich könnte mir ein Patenmodell für solche Bücher vorstellen. Beispielsweise: „Werde für 80 Euro Pate/Patin für ein Blogbuch. Mit Deinem Beitrag unterstützt Du die Herstellung eines Blogbuchs. Du oder Deine Firma wird als Sponsor dieses Buchs auf der letzten Seite mit Logo und Website genannt,…“

Und Du?

Was hältst Du von Sophies Initiative mit den Blogbüchern?

Wann hast Du das letzte mal Bilder Entwickeln lassen oder Fotos in ein Fotobuch gebannt? Freunde und Angehörige freuen sich bestimmt über Fotogeschenke. Und dabei ist es (fast) egal, ob Du dies im Drogerie- oder Supermarkt um die Ecke beauftragst oder ein Fotolabor damit beauftragst.

Ich persönlich stehe auf Qualität und einen regionalen Ansprechpartner, daher gebe ich besonders bei Fotos in größerem Format (ab 10×15) gerne etwas mehr aus und lasse diese im Fotolabor meiner Wahl auf hochwertigem Fotopapier ausbelichten.

* = Affiliate Links

Ich bin Heidelberger, fotografiere leidenschaftlich gerne und meine Berufung liegt in der Etablierung einer Konfliktkultur (Mediation). Ich schreibe auf meinen Weblog über das, was mich bewegt und Heidelberg - die Stadt, welche ich liebe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.