Regionales

Leihfahrräder in Heidelberg

nextbike-Fahrräder im Vordergrund. Das Kongresshaus im Hintergrund.Seit letztem Wochenende gibt es mit VRNnextbike ein Fahrradverleihsystem, dass sich in anderen Städten bereits bewährt hat. Ich habe es letzte Woche prompt getestet, als ich mein eigenes Rad für einen Tag in Reparatur gab.

Wie kam ich zu meinem Kundenkonto?

Ursprünglich wollte ich ein Nextbike bei meinem letztjährigen Besuch in Leipzig ausprobieren. Daher hatte ich mich registriert, mein Konto mit 15 Euro aufgeladen und mir eine Kundenkarte bestellt. Leider scheitere das Leihexperiment im Juni, da es das ganze Wochenende aus Eimern schüttete.

Das Verleihsystem in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen ist von der Nextbike GmbH, in Kooperation mit den Städten und den Verkehrsbetrieben Rhein-Neckar. Nextbike versorgt Regionen an 34 Standorten allein in Deutschland mit dem einfachen Verleih von Fahrrädern. Laut eigener Angaben verfügt die Leipziger nextbike GmbH aktuell über 20.000 Fahrräder in 15 Ländern, auf vier Kontinenten.

Das Erfolgsrezept

Einmal bei nextbike angemeldet ist das Leihen von Rädern unkompliziert und flott: Radnummer vom gewünschten Fahrrad per Smartphone-App, Telefonanruf oder RFID-Kundenkarte an der Station ein-/durchgeben, Bestätigung abwarten – und schon kann es los gehen. Die Rückgabe des Rads erfolgt auf die gleiche Weise.

Plus gegenüber anderer Systeme ist, dass ich das Fahrrad leihen kann und an einer anderen Station wieder abgeben kann – unabhängig und ganztägig. Ich kann also beispielsweise in Heidelberg ein Rad leihen, nach Mannheim radeln und es dort an einem der Standorte wieder abgeben.

Was kostet das?

Station mit acht FahhrädernBezahlt wird per Kreditkarte oder Abbuchung, wenn das Kundenkonto ins Minus gerät. Nach der ersten Anmeldung am System ist ein Startguthaben zur überweisen. Die Kosten sind überschaubar. Für Gelegenheitsfahrer kostest die halbe Stunde einen Euro. 24 Stunden kosten maximal neun Euro.

Menschen, die das System häufiger oder in Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr nutzen möchten, wird angeraten eine RadCard zu kaufen. Diese kostet rund 50 Euro pro Jahr. Damit ist die Fahrt in den ersten 30 Minuten kostenlos.
Wie es sich verhält, wenn ich innerhalb dieser 30 Minuten von Station zu Station fahre und jeweils ein neues Rad ausleihe konnte ich nicht heraus finden.

Wenn Du VRN- oder CarSharing-Kunde bist könnte es noch günstiger werden. Details siehe auf der Seite mit den Preisinformationen. „VRN-Zeitkarteninhaber und CarSharing-Kunden bei stadtmobil Rhein-Neckar können die Mietfahrräder zum günstigen Sondertarif nutzen. Mit der RadCard zum Vorzugspreis von 29 Euro im Jahr sind bei jeder Fahrt die ersten 30 Minuten kostenlos. Jede weitere halbe Stunde kostet 0,50 Euro, der maximale Höchstbetrag pro 24 Stunden beträgt 5,00 Euro.“ Quelle: Die-Stadtredaktion.de

Für Urlauber oder Besucher könnten die Wochen- und Monatsflatrate interessant sein.

Die Räder

Auf ein Kundenkonto können maximal vier Räder gleichzeitig ausgeliehen werden. Für Gruppenfahrten wird angeraten sich ein separates Angebot machen zu lassen.

Die Räder laufen gut und sind einigermaßen bequem. Am Lenker und am Sattel gibt es möglichkeiten Dinge zu verstauen oder zu befestigen. Die Räder verfügen über eine leichtgängige Sieben-Gang Nabenschaltung. Diese reicht für den Stadtbetrieb vollkommen, könnte aber für kleine Hügel besser übersetzt sein.

Jedem Rad liegt ein Schloss bei, dessen Code bei Ausleihe mitgeteilt wird.

Und sonst?

Nextbike bietet seine Radkonzepte auch Firmen und Universitäten an. So könnten deren Mitarbeiter, Kunden oder Studenten von Dienst- oder Campusrädern profitieren. Zusätzlich haben die Räder die Möglichkeit für Werbemaßnahmen genutzt zu werden.

Verbreitung

Aktuell gibt es eine Handvoll Stationen in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen. Diese sollen bis Ende Mai noch enorm erweitert werden. Auch in Speyer sollen Stationen hinzu kommen. Hier der aktuelle Stand:


zu den nextbike Standorten

 

Was mir (noch) nicht gefällt

Infosäule und Station mit nextbike RädernEs gibt noch zu wenige Stationen im Stadtgebiet von Heidelberg. Da das System erst gestartet ist, gehe ich davon aus, dass diese mit der Zeit weiter ausgebaut werden.

Es müsste besser kommuniziert werden. Kaum eine Person kennt das System und die Vorteile. Aber dafür gibt es aktuell schon Jobangebote auf der Website des Unternehmens.

Die Informationen der Ausleihstationen erscheinen mir zu unstrukturiert und zu unübersichtlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass potentielle Kunden auf einen Blick erkennen wie das System funktioniert. Möglicherweise würde sich hier ein spritzwassergeschützter Halter für Faltblätter als sinnvoll erweisen.
Beim Schreiben dieses Artikels saß ich in einem Café gegenüber einer gut besuchten Station. Dabei habe ich viele interessierte Leser der Infos, aber auch viele Fragezeichen in den Gesichtern gesehen.

Es ist an der Station selbst nicht erkennbar ob sie aktiv ist oder nicht. Meine erste Station war am Kongresshaus Heidelberg. Nachdem ich nach rund 10 Minuten des Probierens die App installiert habe, erkannte ich dass die Station auf der Karte grau und damit inaktiv ist. Die funktionierende Station am Bismarckplatz sah im ersten Moment genau so aus. Nachdem ich die Kundenkarte hin hielt, wachte diese aber nach gefühlt 20 Sekunden auf und ließ mich mein Rad ausleihen.

Ich bin Heidelberger, fotografiere leidenschaftlich gerne und meine Berufung liegt in der Etablierung einer Konfliktkultur (Mediation). Ich schreibe auf meinen Weblog über das, was mich bewegt und Heidelberg - die Stadt, welche ich liebe.

3 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Hey Valentin,

    ich bin schon sehr gespannt auf die Leihräder. Werde mir bald eine RadCard besorgen, weil ich denke, dass man die Räder besonders dann nutzen wird, wenn man die Flatrate im Kopf hat. Sehr interessant ist auch, dass man die Räder z.B. in Glasgow oder Innsbruck zu den gleichen Konditionen mitbenutzen kann. So ist man dann auch auf Reisen mobil.
    Danke für deinen ausführlichen Blogpost!
    Liebe Grüße,

    Fabian

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